Einen Teil meines Urlaubs verbringe ich in einer Pilotenschmiede, auf dem Segelflugplatz.
Manchmal kommt eine Mutter mit ihrem hoch aufgeschossenen 14-jährigen Sohn zu mir und sagt ein bisschen verzweifelt: „Er hat nur Unsinn im Kopf – und jetzt will er auch noch Pilot werden.“
Dann denke ich: Genau richtig.
Als Fluglehrer engagiere ich mich gerne und seit vielen Jahren für die Ausbildung junger Menschen zu Segelflugpilotinnen und Segelflugpiloten.
Segelfliegen ist weit mehr als ein Freizeitvergnügen. Für viele ist es der Einstieg in eine berufliche Zukunft in der Luftfahrt – etwa als Fluggerätmechaniker, Ingenieurin, Luftfahrtexperte, Meteorologe oder Verkehrspilot.
Besonders beeindruckend ist jedoch der Moment, in dem ein junger Mensch nach ein oder zwei Jahren Ausbildung zum ersten Mal allein fliegt.
Wenn eine 15- oder 16-jährige Pilot selbstständig unter einer schönen Wolke seine Kreise in der Thermik zieht – aufmerksam, diszipliniert und konzentriert –, dann spüre ich:
Hier ist etwas Wichtiges gelungen.
Zwei Wochen im Jahr organisiert der Verein, LSC Bad Homburg, ein Segelflugcamp. Regelmäßig schaffen dort junge Flugschülerinnen und Flugschüler ihren ersten Alleinflug. Einige erwerben bereits mit 17 Jahren ihre Pilotenlizenz.
So verbringe ich einen Teil meines Urlaubs: auf dem Flugplatz, mit jungen Menschen, viel Verantwortung – und dem guten Gefühl, ihnen nicht nur das Fliegen beizubringen, sondern auch Selbstvertrauen, Disziplin und Eigenständigkeit mitzugeben.